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Gabriele Klein

Diplom-Übersetzerin (BDÜ)
Deutsch | Englisch | Spanisch
Ermächtigt durch das Oberlandesgericht Köln
Fachgebiete Recht, EDV, Wirtschaft

Gleiche Bedingungen bei geschlechtsneutraler Sprache?

In einem früheren Beitrag (Geschlechtsneutrale Sprache – Umfrage) habe ich mich schon einmal mit einigen rein ästhetischen Gesichtspunkten gendergerechter Sprache beschäftigt und die Meinungen einiger Frauen aus meinem Umfeld dazu wiedergegeben.

Daraufhin habe ich mich gefragt, wie die Bedingungen für Männer und Frauen sich in Ländern mit genderneutraler Sprache (z. B. England, USA) von Ländern wie Deutschland unterscheiden, in denen das generische Maskulinum verwendet wird, das eben auch die Frauen „mitmeint“.

Kann eine Sprache, in der Frauen nicht diskriminiert werden, tatsächlich eine Gleichbehandlung der Geschlechter herbeiführen?

Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen

Nach Meldungen des statistischen Bundesamtes lag der Verdienstunterschied in Deutschland 2014 zwischen Frauen und Männern im Durchschnitt bei 22%. Demgegenüber steht laut dem The Independent im Mai 2015 in England ein Verdienstgefälle von 17,5%, immerhin ein Land, das eine geschlechtsneutrale Sprache verwendet und bereits 1970 ein Equal Pay Act (Gesetz zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen) eingeführt hat.

In Nordirland haben dem gleichen Artikel zufolge sogar die Frauen mit 3% höherem Verdienst die Nase vorn. Als Grund dafür wird allerdings angegeben, dass mehr Frauen als Männer im öffentlichen Dienst tätig sind, wo die Gehälter höher sind als in der Privatwirtschaft, in der auch Arbeitskräfte wie Bedienungen oder Reinigungskräfte in die Statistik mit eingehen.

Auch in Schottland beträgt der Verdienstunterschied immerhin 9% und hat sich im vergangenen Jahr sogar ausgeweitet.

Und interessanterweise haben laut ILO (Internationale Arbeitsorganisation) die USA, die immerhin auch bereits seit 1963 über ein Equal Pay Act (Gesetz zur gleichen Bezahlung von Männern und Frauen) verfügen, mit 36% die größte gemeldete „Gender Pay Gap“ zu verzeichnen.

Frauen in den Chefsesseln

In den USA sind 43% der Chefs Frauen. Damit liegen die USA an der Spitze der Industrieländer. Laut einem Artikel von N24.de ist eine Studie der Vereinten Nationen allerdings zu dem Schluss gekommen, dass hier ein ganz anderes Land die Nase vorn hat, nämlich Jamaika, wo der Anteil der Frauen in selbständigen oder angestellten Managerpositionen bei 60% liegt.

Nun kann man argumentieren, dass die USA mit Englisch eine geschlechtsneutrale Sprache haben, und dass die Amtssprache in Jamaika ebenfalls Englisch ist. Allerdings liegen auf den Plätzen 2 und 3 Kolumbien und St. Lucia. Und während auch in St. Lucia die Amtssprache Englisch ist, ist es in Kolumbien jedoch Spanisch, und damit eine
Sprache, in der, wie auch im Deutschen, das generische Maskulinum regiert.

Dass die Frauen in diesen Ländern derart aufgeholt und die Männer bereits überholt haben, wird auf die besseren Bildungschancen für Frauen zurückgeführt. Dort macht man sich im Gegenteil mittlerweile Sorgen um die zurückfallenden Männer, die teilweise in die Kriminalität abrutschen, und versucht, die schulischen Leistungen von Jungen ganz besonders zu fördern.

In der Karibik, wo die Hauptsprachen Spanisch (70%) und Englisch (24%) sind, sind mittlerweile nur noch 30% der Studenten Männer. Und auch in Deutschland geraten die Jungen laut verschiedener Studien der letzten Jahre in Kindergarten und Schule mittlerweile ins Hintertreffen.

Stellt sich also die Frage, ob sich die Gesellschaft nicht auch ohne gendergerechte Sprache im Wandel befindet?

10. Juli 2015

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