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Gabriele Klein

Diplom-Übersetzerin (BDÜ)
Deutsch | Englisch | Spanisch
Ermächtigt durch das Oberlandesgericht Köln
Fachgebiete Recht, EDV, Wirtschaft

Kuriose Preisverhandlungen

Preisverhandlungen zwischen Übersetzer und Kunde laufen normalerweise wie folgt ab: Der Übersetzer prüft den Text, der übersetzt werden soll, und legt einen Preis fest. Der Kunde hat die Möglichkeit, weitere Angebote einzuholen und sich dann zu entscheiden. Manchmal treiben diese Verhandlungen aber auch wilde Blüten.

Rabattfrage

„Wenn Sie von uns regelmäßig größere Aufträge bekommen, können wir uns dann auf einen Wortpreis von 0,06 € einigen?“ Fast jeder Übersetzer kennt ähnliche Anfragen. Und nein, darauf können wir uns nicht einigen. Eine Dienstleistung ist kein Produkt, das bei größerer Abnahme billiger wird. Wenn ich den Großteil meiner Arbeitszeit in schlecht bezahlte Aufträge stecke, bleibt keine Zeit mehr für fair bezahlte Aufträge, mit denen ich meinen Lebensunterhalt auch tatsächlich bestreiten kann. Ganz zu schweigen davon, dass dieser Preis weder meiner Qualifikation noch meiner Erfahrung entspricht.

Äh?

Eine schon etwas kuriosere Preisanfrage lautete: „Wie teuer ist die Übersetzung meiner Geburtsurkunde? Es ist nicht so viel und die Namen brauchen Sie ja schon mal nicht zu übersetzen.“ Das ist natürlich richtig, aber von selbst schreiben die sich ja leider auch nicht. Und wenn ich die Namensfelder leer lasse, hilft das sicher auch keinem weiter…

Äh? 2

Am besten in Erinnerung geblieben ist mir allerdings folgende Anfrage, die sogar von einem Übersetzungsbüro stammte: „Ich brauche eine Übersetzung ins Spanische. Geht das für 0,50 € die Zeile? Mein Freund hat ein Haus auf Mallorca. Da können Sie dann umsonst mit ihm hinfahren.“ Ungläubiges Staunen und das Ende der kürzesten Zusammenarbeit der Welt.

Fazit

Nicht ohne Not einen Auftrag annehmen, bei dem man eine Faust in der Tasche machen muss. Gute Arbeit verdient einen fairen Preis, denn davon bestreite ich meinen Lebensunterhalt und bezahle Fortbildungen, Software, Versicherungen, Büromaterial – also alles, was ich für meinen Beruf brauche. Bei einem besonders niedrigen Preis bleibt keine Zeit für Qualität – und so will ich nicht arbeiten.

1. Oktober 2019

2 Antworten auf Kuriose Preisverhandlungen

  1. Tamara sagt:

    Eine Kundin, für die ich 4 sehr aufwendige Lohnsteuerbescheinigungen (von 2 Personen für jeweils Jahr 2018 und 2019) beglaubigt übersetzt habe, schrieb mir heute nach dem Erhalt der Rechnung per Email, dass Sie eine jeweils «neue» separate Übersetzung nicht für «notwendig» halte, da der Text in diesen Bescheinigungen gleich sei. Wie ist es bei Ihnen? Übersetzen Sie auch, sagen wir 4 Geburtsurkunden für eine Familie oder 4 Arbeitsverträge, und der Kunde sagt Ihnen dann, dass er die Übersetzung nur für eine Person bezahle, weil der vorgedruckte Text überall gleich sei…?
    Würden Sie so etwas gehorsam schlucken, um kundenfreundlich zu bleiben?

    • Gabriele Klein sagt:

      Hallo Tamara,
      ja, nachträgliche Diskussionen über den Preis sind nervenaufreibend. Bei identischen Dokumenten, bei denen sich nur Einträge ändern, berechne ich allerdings tatsächlich das erste Dokument voll und die gleichen Dokumente dann zu einem reduzierten Zeilensatz, denn ich habe ja einerseits weniger Arbeit, muss aber andererseits doch jede Zeile durchgehen um zu schauen, ob die Texte auch wirklich identisch sind, und kann mich, gerade bei beglaubigten Übersetzungen, nicht einfach darauf verlassen. Bevor ich mit der Übersetzung loslege, kalkuliere ich einen Pauschalpreis und erkläre dem Kunden, wie der sich zusammensetzt. Dann kann der Kunde sich Vergleichsangebote einholen. Entscheidet er sich für mein Angebot, brauche ich eine schriftliche Auftragsbestätigung (per E-Mail) und beginne erst dann mit der Arbeit. Sollte ich mich dabei zu meinen Ungunsten verkalkulieren, versuche ich, beim nächsten Mal noch besser zu kalkulieren. So wissen beide Seiten, was auf sie zukommt, und es gibt keinen Anlass zu Preisdebatten. Ich hoffe, meine Antwort hilft? Herzliche Grüße

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