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Gabriele Klein

Diplom-Übersetzerin (BDÜ)
Deutsch | Englisch | Spanisch
Ermächtigt durch das Oberlandesgericht Köln
Fachgebiete Recht, EDV, Wirtschaft

Kann man davon leben???

Letztes Wochenende ist mir wieder mal klar geworden, welche Vorstellungen andere vom tollsten Beruf der Welt – Übersetzer – haben: nämlich wenig bis gar keine.

Im Gespräch mit einem neuen Bekannten kam erst die Frage: „Was ist das überhaupt – eine Übersetzerin?“ und kurz darauf die Steigerungsform: „Kann man davon leben???“

Letzteres bin ich, wie viele von uns, nicht zum ersten Mal gefragt worden. Und ich bin jedes Mal leicht ratlos. Gibt es eigentlich eine andere Berufsgruppe, die immer wieder gefragt wird, ob sie „davon leben kann“? Schon mal was von Globalisierung gehört? Ich komme doch auch nicht auf die Idee, z. B. einen Dachdecker oder Beamten zu fragen, ob er von seinem Job leben kann. Die machen`s ja schließlich sicher auch nicht bloß, um abends müde ins Bett zu gehen …

Tatsächlich wissen wenige so recht, was wir so den ganzen Tag lang tun.

Situation beim Sport:
Ich: „Gestern war ich bei einer tollen Fortbildung zum Thema Familienrecht.“
Frage einer Mitturnerin: „Wieso? Ich dachte, Du bist Übersetzerin.“

Dabei ist der Übersetzerberuf doch uralt und, wie man an Krieg der Sterne-C3PO sieht, auch zukunftsträchtig. Der wird zwar immer als Übersetzer gehandelt, auch wenn er nun eindeutig Dolmetscher ist, aber geschenkt.

Wandelndes Wörterbuch

Meist werden wir für ein wandelndes Wörterbuch gehalten.

„Was heißt denn Schlammaufbereitungsanlage auf Englisch?“
„Keine Ahnung.“
„Aber Du bist doch Übersetzerin!“

Aber es liegt ja an uns selbst, das Bild vom Übersetzer zu ändern. Früher verlief ein Gespräch über meinen Job meist so:

„Und was machst Du?“
„Ich bin Übersetzerin.“
„Welche Sprachen?
„Englisch und Spanisch.
Pause. „Schön.“ Ende. Oder wahlweise: „Simultan?“

Heute erzähle ich: „Ich übersetze (schriftlich) z. B. Verträge oder Jahresabschlüsse für Unternehmen und Geburts- und Heiratsurkunden oder notarielle Kaufverträge für Privatleute.“ Das eröffnet wieder Möglichkeiten für weitere Fragen.

Der tollste Job der Welt

Vielleicht sollten wir einfach viel öfter erzählen, was unsere Arbeit anderen bringt. Nämlich: Ich trage dazu bei, dass

  • ein Deutscher eine Spanierin (Argentinierin, Venezolanerin, etc.) heiraten oder sich von ihr scheiden lassen kann
  • ein Brexit-enttäuschter Brite Deutscher werden kann
  • ein kinderloses Paar ein kolumbianisches Waisenkind adoptieren kann
  • ein englischsprachiger Straftäter in Deutschland vor Gericht gestellt werden kann
  • ein spanischer Arztbrief bei der deutschen Versicherung eingereicht werden kann
  • ein im Urlaub Verstorbener in seiner Heimat beerdigt werden kann
  • ein ausländischer Studienabschluss in Deutschland anerkannt wird
  • Unternehmen Geschäfte miteinander machen können
  • und vieles mehr… – Ein wundervoller Job!

Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, das Ansehen unseres Berufsstandes und damit die Wertschätzung für unsere Arbeit zu erhöhen.

28. Mai 2017

4 Antworten auf Kann man davon leben???

  1. Birgit Floss sagt:

    Liebe Frau Klein,
    das haben sie großartig beschrieben! Dankeschön auch für den Nutzen… wir vergessen auch viel zu oft, zu welchen tollen Ergebnissen wir am Ende des Tages beigetragen haben 🙂

    • Liebe Frau Floss,
      vielen Dank! Ich finde, wir sollten die Begeisterung für unseren Beruf ruhig nach außen tragen. Damit fallen wir zwischen den „unzufriedenen Berufen“ umso mehr auf 🙂
      Herzliche Grüße aus St. Augustin

  2. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Manche können mit Übersetzungen und Bosnisch-Sprachkenntnissen vermutlich auch davon leben. Ich finde die Intention der eigentlichen Frage jedoch viel spannender.

    • Gabriele Klein sagt:

      Hallo Frau Kaiser,
      ich kenne eigentlich nur professionelle Übersetzer, die von ihrer Arbeit leben können. Ich denke, das Problem ist einfach, dass viele Leute gar keine Vorstellung davon haben, was ein Übersetzer überhaupt macht. Eine andere Intention gab es meines Erachtens hier nicht.
      Herzliche Grüße,
      Gabriele Klein

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